Wenn Narziss sich in sein Spiegelbild verliebt, so können wir dies so interpretieren, dass es ihm fundamental an einem leiblich verankerten Selbstwert mangelt und er im Virtuellen, Scheinbaren des glänzenden Bildes diesen Mangel auszugleichen sucht. Doch das Bild spiegelt nicht das eigene Selbst im elementarleiblichen Sinn wider, sondern nur seinen Außenaspekt – den Körper. In… Leiblichkeit, Sinnlichkeit und Intimität weiterlesen
Monat: April 2026
Who by fire
Wer durch mutige ZustimmungWer durch UnfallWer in EinsamkeitWer in diesem SpiegelbildWer auf Befehl seiner GeliebtenWer durch eigene HandWer in TodeskettenWer als MächtigerUnd wer – wer soll ich sagen – wird rufen? »Mir muss klar sein: Ich werde die Menschen, die ich liebe, verletzen« Wie weiter nach Lügen, Streit und Betrug? Kontext ist alles, sagt Therapeutin… Who by fire weiterlesen
Holz hacken, Wasser schleppen, atmen
Stellen Sie sich bitte mal ein Fußballfeld vor. In der Regel ist es 105 Meter lang. Und nun stellen Sie sich vor, Sie würden von einer Seite zur anderen tauchen, wieder zurück – und noch einmal drei Meter. Geht nicht, denken Sie vielleicht? Doch. Tom Sietas hat genau diese Strecke absolviert. Ohne Flossen, ohne zu… Holz hacken, Wasser schleppen, atmen weiterlesen
Narcissus und Echo
Jener, gefeiert vom Ruf in allen aonischen Städten, Gab dem fragenden Volk unfehlbar wahre Bescheide.Wie untrüglich sein Wort, das nahm am ersten die blaueNymphe Liriope wahr. Einst mit dem gewundenen StromeEngte Kephisos sie ein, und als sie die Wellen umschlossen,Übt‘ er Gewalt. Vom befruchteten Schoß der schönsten der Nymphen Wand sich ein Kind ans Licht,… Narcissus und Echo weiterlesen
Metamorphosen
Ovids Metamorphosen enthalten die bis heute kanonische Darstellung des Narziss-Mythos, in der verschiedene Motive kunstvoll miteinander verknüpft sind. Bereits in der frühen Kindheit von Narziss befragte seine besorgte Mutter Liriope den Seher Tiresias, ob ihrem Sohn ein langes Leben bestimmt sei. Tiresias antwortet, Narziss werde nur dann ein langes Leben haben, „wenn er sich niemals… Metamorphosen weiterlesen
Songs of yesterday
Der Narzissmus war bislang kein zentrales Thema der phänomenologischen Psychopathologie. Dabei ist das Phänomen allgegenwärtig – als Modewort, als Struktur gesellschaftlicher Beziehungen, als klinische Diagnose. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Welche Erfahrungen fehlen, wenn der Blick der anderen wichtiger wird als das eigene leibliche Spüren? – Die Vorlesung entwirft eine phänomenologisch fundierte Analyse des… Songs of yesterday weiterlesen
Mit sich selbst befreundet sein
Thomas Arnold, Thomas Fuchs – Das unersättliche Selbst; Phänomenologie des Narzissmus Narzissmus ist allgegenwärtig – als Modewort, moralischer Vorwurf, Gesellschaftsdiagnose oder klinischer Befund. Doch was verbirgt sich dahinter? Und warum sind narzisstische Menschen nicht zufriedenzustellen – unersättlich? Thomas Arnold und Thomas Fuchs entwerfen in ihrem grundlegenden Buch eine neue, phänomenologisch-existenziale Sicht des Narzissmus. Das narzisstische Selbst-… Mit sich selbst befreundet sein weiterlesen
Ressourcen optimieren
Wir orientieren uns an unseren Ressourcen. Wir analysieren unsere Situation, aber so nützlich und befriedigend jede vertiefte Erkenntnis auch sein mag, so müssen wir doch anerkennen, dass nicht Erkenntnis, sondern Bedürfnisbefriedigung, Wohlbefinden und Veränderung in Richtung überzeugender, erstrebenswerter und versprechender Ziele Grundlage unseres Handelns ist. Ressourcenorientiertes Denken unterscheidet üblicherweise interne und externe Ressourcen. Als interne… Ressourcen optimieren weiterlesen
Trauma
Jeder hat heutzutage ein Trauma, ist traumatisiert, hat eine posttraumatische Belastungsstörung. Es ist eine Bezeichnung, die so einfach, allgegenwärtig wie vage ist. Aber was ist ein Trauma, sind Traumata tatsächlich? Es ist eine dissoziative Erinnerungsverarbeitung, und damit eine funktionale Dysfunktion. Die Psychoanalyse hat sich seit Freud von einer Wissenschaft vom Unbewussten, in deren Zentrum sexuelle… Trauma weiterlesen
