A Day in the Life (englisch für „Ein Tag im Leben“) ist ein Lied der britischen Band The Beatles, das am 1. Juni 1967 auf ihrem achten Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band als Schlusstitel veröffentlicht wurde. Die Aufnahmen fanden am 19. und 20. Januar sowie am 3., 10. und 22. Februar 1967 in den Abbey Road Studios statt. Das Lied setzt sich aus zwei Fragmenten zusammen, die John Lennon beziehungsweise Paul McCartney jeweils eigenständig geschrieben und komponiert haben. Als Copyright-Halter wird das Duo Lennon/McCartney angegeben.
Das auf der zweiten Seite des Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band als 13. und letzter Titel – vor einem Hidden Track (Sgt. Pepper’s Inner Groove) am Ende des Albums – erschienene Lied wurde später in Kompilationsalben und als B-Seite zweitverwertet, so beispielsweise im Jahr 1978 bei der Single-Auskopplung des Titelliedes Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band anlässlich des gleichnamigen Spielfilms vom Juli desselben Jahres. Die Musikzeitschrift Rolling Stone veröffentlichte Anfang 2010 eine Sonderausgabe mit dem Titel „The Beatles – Die 100 besten Songs“ und setzte dort A Day in the Life auf den ersten Platz.
Inhalt
Lennon schrieb den Hauptteil des Liedes. Inspiriert haben ihn Zeitungsartikel und eigene Erfahrungen. In den ersten beiden Strophen bezieht er sich auf den bei einem Autounfall am 18. Dezember 1966 umgekommenen Millionär und Aristokraten-Sohn Tara Browne, der mit den Beatles (Paul McCartney, der um 1963 bereits mit ihm befreundet war, nennt ihn Tara Guinness)[1] und anderen britischen Bands befreundet war. In der dritten Strophe zeigt sich Lennon als teilnahmsloser Betrachter, der zusieht, wie die britische Armee den Krieg gewinnt. Er bezieht sich dabei auf Richard Lesters Film Wie ich den Krieg gewann, in dem Lennon drei Monate zuvor mitgespielt hat. Ob er damit auch auf den Vietnamkrieg eingehen wollte, ist nicht geklärt. In der fünften Strophe greift er einen Artikel vom 17. Januar 1967 der Daily Mail über Schlaglöcher in Blackburn, Lancashire, auf. Die Löcher wurden auf Anweisung gezählt und mit ca. 4000 beziffert, womit rechnerisch auf 26 Bewohner des Landkreises ein Loch kam. Diesen absurden Vergleich trieb Lennon auf die Spitze, indem er sagte, jetzt wisse man auch, wie viele Löcher man benötige, um die Royal Albert Hall zu füllen.
(1) I read the news today, oh boy
About a lucky man who made the grade
And though the news was rather sad
Well, I just had to laugh
I saw the photograph
(2) He blew his mind out in a car
He didn’t notice that the lights had changed
A crowd of people stood and stared
They’d seen his face before
Nobody was really sure if he was from the House of Lords

Eine Rockband ist wie ein primitiver Stamm. Menschen werden oft psychisch getötet, wenn sie aus einem Stamm verstoßen werden. In einer Rockband ist das ähnlich. Sie ziehen ihre ganze Lebensenergie aus diesem Bündnis. Und wenn sie nutzlos geworden sind, endet das seltsamerweise tödlich. Niemand will mehr was mit ihnen zu tun haben. Also gehen sie raus in den Wald und sterben.
(3) I saw a film today, oh boy
The English Army had just won the war
A crowd of people turned away
But I just had to look
Having read the book
I’d love to turn you on
Die Strophen (3) und (5) des Liedes werden überbrückt mit einer kleinen musikalischen Skizze (4) von Paul McCartney über den von Routine beherrschten Alltag: aufwachen, Haare kämmen, den Bus erwischen, eine Zigarette rauchen usw. McCartney dachte dabei an seine Schulzeit. Dieser Bezug zu den täglichen Banalitäten kann als Gegenpol zu Lennons Teil gesehen werden, der eher moralisch-gesellschaftliche Probleme darstellte.
(4) Woke up, fell out of bed
Dragged a comb across my head
Found my way downstairs and drank a cup
And looking up, I noticed I was late
Found my coat and grabbed my hat
Made the bus in seconds flat
Found my way upstairs and had a smoke
And somebody spoke and I went into a dream
(5) I read the news today, oh boy
Four thousand holes in Blackburn, Lancashire
And though the holes were rather small
They had to count them all
Now they know how many holes it takes to fill the Albert Hall
I’d love to turn you on
Aufnahmen
A Day in the Life wurde am 19. und 20. Januar sowie am 3., 10. und 22. Februar 1967 in den Londoner Abbey Road Studios (Studio 2 ) mit dem Produzenten George Martin aufgenommen. Geoff Emerick war der Toningenieur der Aufnahmen.
Beim Aufnehmen der Basisspuren hatten die Beatles noch keine Idee, wie Lennons und McCartneys Teile verbunden werden sollten. Deshalb ließen sie zunächst 24 Takte frei. In der endgültigen Aufnahme ist auch die Stimme von Mal Evans zu hören, der die 24 Takte mitzählte und am Ende einen Wecker klingeln ließ – als passende Einleitung für McCartneys Teil. Der Wecker war als Gag von Lennon mitgebracht worden, um Ringo Starr zu wecken, sobald sie ihn für eine Aufnahme brauchen würden.[2]
Bald entwickelte sich die kostspielige Idee McCartneys (inspiriert von avantgardistischen Kompositionen von Karlheinz Stockhausen, Luciano Berio und John Cage), die Überleitung von einem Sinfonieorchester spielen zu lassen. Dabei sollten die Musiker ganz leise auf der tiefsten Note ihrer Instrumente beginnen und auf dem höchsten Ton, einem E-Dur–Dreiklang, in voller Lautstärke enden. Zuvor gab ihm noch der Avantgarde-Choreograph Merce Cunningham bezüglich der Orchestermusiker den Rat „Zieh sie an einem Seil über die Bühne“. George Martin kümmerte sich um die Umsetzung und reduzierte das Orchester von den gewünschten 80 auf 40 Musiker.
Eine Auswahl an Musikern des London Philharmonic Orchestra kam am 10. Februar 1967 für die Aufnahmen ins Studio. Die Gruppe wollte aus der Session allerdings eine Party machen und lud allerlei Freunde ein, darunter Mick Jagger, Keith Richards, Donovan, Marianne Faithfull und Michael Nesmith. Es wurden Hüte, Pappnasen, Luftballons und Gorilla-Tatzen verteilt und man hielt das Ereignis auf 16-mm-Film fest. Teile des Filmmaterials wurden in den späten 2010er Jahren in einem offiziellen Musikvideo zum Song verarbeitet.[3]
Der vorgesehene Soundcluster wurde in fünf Durchgängen aufgenommen. Das Orchester wurde dann zweimal gedoppelt, sodass auf der Aufnahme insgesamt 160 Instrumente zu hören sind.
Für den Schluss wollten die Beatles einen überwältigenden Akkord, der lange nachklingt. Die erste Idee, das Lied mit einem gesprochenen „Hummmmmm“ zu beenden, wurde verworfen und stattdessen ein E-Dur-Akkord auf dem Klavier favorisiert. Lennon, McCartney, Starr, Mal Evans und George Martin spielten diesen so laut wie möglich auf drei Klavieren gleichzeitig. Dies erwies sich bei der Aufnahme allerdings als kompliziert, da die fünf Akteure beim „In-die-Tasten-hauen“ Schwierigkeiten mit dem Gleichklang hatten. Um den Nachklang optimal aufzunehmen, musste die Aufnahmelautstärke auf konstant hohem Niveau gehalten werden. Gegen Ende des Akkords war dadurch der Aufnahmepegel so hoch, dass das Rascheln von Papier und das Quietschen eines Stuhls zu hören sind. Jemand gibt ein „Shhh!“ von sich, als wäre es die Anweisung, möglichst still zu sein. Es gibt auch Behauptungen, man könne die Klimaanlage des Studios hören. Insgesamt benötigte man etwa 36 Stunden für die Produktion.
Der Toningenieur Geoff Emerick berichtete, dass auf Anregung von John Lennon als Streich nach dem Schlussakkord ein hochfrequenter Pfeifton, vergleichbar dem einer Hundepfeife, eingemischt wurde, um auch Hunden etwas zum Anhören zu geben.[4]
Es wurde eine Monoabmischung am 22. Februar 1967 und eine Stereoabmischung am 23. Februar hergestellt.[5]
